Dagmar Bujack, Vizepräsidentin

Wer wie ich, ursprünglich in der württemberg. Kirche beheimatet war, dem sind zumindest vom  Hörensagen die Schneller Schulen nicht fremd, da die württembergische  Kirche enge Beziehungen zu den Schnel-ler Schulen pflegt. Bereits in Tübingen, aber  vor allem auch in Basel interessierte ich mich sehr für den Bereich Judaistik , das heutige Israel und den Nahen Osten. Allerdings hatte ich keine Ahnung, dass es auch in der Schweiz einen Unterstützungsverein für die Schneller Schulen gibt.

Im Pfarramt in der Schweiz  hielt ich vor vielen Jahren dann wieder ein “württembergisches“ Schnellerheft in den Händen. Gleichzeitig hatte ich angefangen, mich vermehrt mit der Situation der anderen in den Nahostkonflikt involvierten Länder und Volksgruppen auseinanderzusetzen und trat in den Schweizer Schnellerverein ein.

Seit 2008 bin ich Vorstandsmitglied, nachdem ich im gleichen Jahr die Gelegenheit hatte, beide Schulen zu besuchen. Dieser Besuch war der erste von mehreren, die ich  seither in den Libanon und nach Jordanien unternommen habe. Die regelmässigen Besuche an den beiden Schulen bestärken mich in der Überzeugung, dass die dort seit 150 Jahren im Geiste des ursprünglichen Chrischona Missionars Schneller geleistete Bildungsarbeit im besten Sinn Friedens- und Versöhnungsarbeit für eine Krisengeschüttelte Region ist, wozu auch der Libanon und mittelbar Jordanien gehören. Länder, die z.B. beide 1948 Hunderttausende von palästinensischen Flüchtlingen aufgenommen haben.

Die Arbeit der beiden Schulen kommt den schwächsten Gliedern der Gesellschaft zugute, nämlich ungeachtet ihrer Nationalität und Religion entwurzelten, heimat-/elternlosen, aus zerrütteten Familien stammenden, von Gewalt betroffenen Kindern und Jugendlichen, denen einen solide Schul- und Lehrlingsausbildung ermöglicht wird, Mädchen wie Buben! Eine unbedingte Grundlage , um sich selber später in ihrem schwierigen Umfeld das eigene Überleben zu sichern und ein Lernfeld für gewaltfreies friedliches Zusammenleben.

Ich selber habe keine eigenen Kinder, aber engen Kontakt zu meinen drei Patenkindern. Sie wachsen und gedeihen in der Schweiz und in Dtl. in einem guten  Umfeld. Wenn durch meine Vorstandsarbeit ermöglicht wird, dass woanders  anderen  Kindern eine ähnliche Chance erhalten bleibt, dann ist das die Arbeit wert. Steter Tropfen höhlt den Stein!