Situation im Nahen Osten – Mitgliederversammlung
Sondergabe an die Schneller-Schule im Libanon (JLSS)
An der Mitgliederversammlung am Samstag, 21. März wurde dem Antrag, der Schule im Libanon eine S o n d e r s p e n d e von Fr. 10‘000.- als N o t h i l f e zu überweisen, ohne Zögern zugestimmt.
Die Direktorin, Odette Haddad Makhoul, hatte uns am Vortag per Mail mitgeteilt, dass sie den Angestellten gerne einen Zustupf zum Lohn geben würde. Wegen der unsicheren Situation müsse sie dringend Lebensmittelvorräte für die Schüler anlegen. Auch bräuchten sie wieder Diesel für den Schulbus und die Stromaggregate. Unsere Sonderspende soll das für den Moment ermöglichen.
Die ordentlichen Traktanden der Mitgliederversammlung wurden zustimmend behandelt: Das Budget beinhaltet die üblichen Grundbeiträge von je Fr. 30‘000.- an beide Schulen vor; für Sonderprojekte an der JLSS sind Fr. 69‘500.- und für Sonderprojekte an der TSS Fr. 54‘750.-. Bei den übrigen Vereinsausgaben ist der Versandt des Schneller Magazins der höchste Posten.
Zum Abschluss zeigte der Präsident Bilder von der Besuchsreise zusammen mit der Vizepräsidentin Mitte November, also noch vor Kriegsausbruch.
Bei orientalischen Häppchen und Schneller-Wein bot sich den 18 anwesenden Vereinsmitgliedern Gelegenheit zum Austausch.
Gestern Abend schrieb der Nahostreferent des süddeutschen Missionswerkes „ems“, Pfr.Dr. Uwe Gräbe, der auch die Schnellerschulen betreut, folgendes zur Situation an der Schneller Schule im Libanon (JLSS):
„Am Ende eines weiteren Tages mit vielen grauenvollen Nachrichten aus Nahost möchte ich Sie doch an einer richtig, richtig guten Nachricht teilhaben lassen:
Die Johann Ludwig Schneller Schule (JLSS) im Libanon wurde heute wieder geöffnet.
Das Internat ist wieder voll mit Kindern.
Bereits siebzig bis achtzig Prozent der Schülerinnen und Schüler haben es heute geschafft, zurück zur JLSS zu gelangen.
Natürlich ist es in der Region nicht sicherer geworden als in den letzten Wochen, in denen die Mitarbeitenden der Schule zumindest versucht hatten, den Unterricht online einigermaßen aufrecht zu erhalten. Aber auf ihren Dörfern oder auf der Flucht ist es für die Schülerinnen und Schüler auch nicht sicherer als in den soliden Steingebäuden ihrer Schule, ihrer Werkstätten und ihres Internats. Und von Seiten des Erziehungsministeriums, das zu Beginn des Krieges die Evakuierung angeordnet hatte, herrscht Funkstille. Also sagte mir heute die Direktorin der JLSS, Frau Odette Haddad Makhoul, dass nunmehr der Konsens besteht, es sei doch am besten, den jungen Menschen die Rückkehr an ihre Einrichtung zu ermöglichen.
Es ist natürlich eine Entscheidung, die mit einem hohen Risiko verbunden ist: Selbst in Jounieh, der christlichen Nachbarstadt von Beirut, sind unlängst zwei Raketen eingeschlagen. Und auch vom Gelände der JLSS sind immer wieder Bombeneinschläge in einigen Kilometern Entfernung zu hören. Ein Teil der Schülerinnen und Schüler (vor allem aus dem Raum Baalbek) hat es genau deswegen nicht zurück zur Einrichtung geschafft, weil die Straßen viel zu unsicher sind.
Und die, die es zurück geschafft haben – von denen berichtet mir Frau Makhoul, dass die Freude riesengroß sei. Aber es gibt mittlerweile auch erkennbar viele Traumata. Die Schulpsychologin (es gibt leider nur eine) hat gut zu tun.
Bitte beten Sie mit uns, dass die Schneller-Schule niemals getroffen wird!!“
Da beide Schulen durch den Krieg beeinträchtigt werden, sind sie auf unsere Solidarität in besonderem Masse angewiesen, finanziell und im Gebet. Aus diesem Grund sind auch grössere Spenden sehr willkommen. Der Vorstand hat eine Kompetenzsumme von Fr. 10‘000.- pro Schule, sodass er unmittelbar auf Hilfsanforderungen eingehen kann. Ganz herzlichen Dank für Ihr Mittragen der beiden Schneller Schulen.
Ursus Waldmeier, Präsident SVS
Spendenkonto:
Bank: Raiffeisenbank Bern
IBAN-Nummer: CH47 8080 8001 8975 0443 1
Begünstigter: Schweizer Verein für die Schneller-Schulen im Nahen Osten
PLZ: 3000 Bern